Mai
01

Cairns und Umgebung

Nach der trockenen Westküste haben wir das tropische Klima in Cairns mit Temperaturen über 30° und hoher Luftfeuchtigkeit sehr genossen. Die traumhafte und kilometerlange Esplanade mit BBQ-Stationen, schattenspendenden Bäumen, Papageien, Fitnessmöglichkeiten und unzähligen Joggern, Spaziergängern und Touristen, lud geradezu dazu ein, Teil dieser Flaniererei zu werden.

Abgesehen davon, stellten wir einmal mehr fest, dass sich Erwartung und Realität nicht zwingend decken müssen:

Erwartung: In Cairns und Umgebung sind die Folgen der schweren Zyklone vom Februar noch deutlich zu sehen.
Realität: Weder in Cairns noch im angrenzenden Regenwald, im Daintree Rain Forest National Park nördlich von Port Douglas oder in den Table Lands, finden wir glücklicherweise so gut wie keine Anzeichen von Zerstörung.

Erwartung: Die wunderschönen Strände und das tropische Klima laden zu einem Bad im kühlen Ozean ein.
Realität: Die in dieser Zeit allgegenwärtigen (allenfalls tödlichen) Quallen und Krokodile (allenfalls auch tödlich) reduzieren die Attraktivität eines Bades so drastisch, dass wir uns lieber unter der Dusche abkühlen – oder ganz einfach vor uns her stinken.

Erwartung: Das Great Barrier Reef ist ein „Must“ und natürlich entsprechend „wow“.
Realität: Der Tagesausflug zu drei verschiedenen Schnorchelplätzen am Reef machte Spass. Allerdings lässt sich auch hier nur noch vermuten, wie das Reef mal ausgesehen haben könnte. Das Hausriff unserer letzten Ägyptenferien war sowohl farb- als auch fischreicher; und das ohne Schaukelfahrt durch die rauhe See. Diese führte nämlich bei mehr als der Hälfte der Passagiere dazu, das an Board offerierte Frühstück in eine Papiertüte auslagerten…

Erwartung: Die ausländische Küche in Australien ist australisiert – unter italienischem Essen versteht man hier beispielsweise BBQ-Pizza oder Lasagne mit Pommes – und vermag unseren verwöhnten Gaumen nicht zu befriedigen.
Realität: Das Restaurant „Bucci“ in Port Douglas hat uns das wohl beste Essen dieser Reise beschert – ob Primi, Secondi, Pasta oder das unglaubliche Dessert „Chocolate Nemesis“. Üblicherweise testen wir jeden Abend ein neues Restaurant. Bei „Bucci“ konnten wir der Versuchung aber nicht widerstehen, dort auch die anschliessenden zwei Abende zu geniessen. Dass wir zum Schluss noch das Rezept für die „Chocolate Nemesis“ bekamen, war defintiv das Pünktchen auf dem i. Und wie viel ihr auch bettelt: das Rezept geben wir nicht raus! ;-) .

Cairns

62 Fotos

Apr
19

Australian West Coast

Nördlich von Perth nimmt die Bevölkerungsdichte schnell und deutlich ab, die Gegend erinnerte uns immer wieder an unsere Fahrt nach Alice Springs. Entsprechend befinden sich auch in jedem Quadratmeter zeitweise wieder mehr Fliegen, als Einwohner in einem Quadratkilometer. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Westküste zählen sicher die Pinnacles, Shell Beach, Monkey Mia mit den Delphinen und Coral Bay; der tägliche Sonnenuntergang über dem Meer kann bezüglich Attraktivität ebenfalls locker mithalten.

Der Camper war das ideale Fortbewegungs-/Übernachtungsmittel an der Westküste. Viele Campingplätze liegen direkt oder sehr nahe am Meer. Die meisten sind sehr sauber und das Personal ist durchwegs freundlich uns hilfsbereit. Aber Ausnahmen gibt es natürlich auch hier: Wieso muss man die Toiletten und Duschen reinigen, wenn die Leute wegen der Delphine ohnehin kommen? Und wieso sollte man die Gäste darauf hinweisen, dass die Rasenbewässerungsanlage direkt hinter dem Camper um 2 Uhr morgens aktiviert wird, wenn sowieso der ganze Platz leer ist?

 

Apr
01

Great South West

Nach der Übernahme unseres Campers zog es uns in den Südwesten, zuerst entlang der Küste des Indian Ocean, anschliessend entlang der Southern Ocean-Küste und letztlich zurück nach Perth. Traumhafte Strände und (grösstenteils) perfekter Sonnenschein begleiteten uns auf dieser rund 1’000km langen Route.

Eine nicht ganz alltägliche Herausforderung war der Glouchester Tree in Pemberton, ein fast 70m hoher Baum, der als Beobachtungsposten für Buschfeuer dient. Die Leiter zum Beobachtungsposten schraubt sich dem Baumstamm entlang und besteht aus überdimensionalen Nägeln – der ultimative Test für Schwindelfreiheit!

Mal abgesehen von einem defekten Kühlschrank, der nach einigem Hin und Her in Albany durch einen halb so grossen ausgewechselt wurde, waren unsere ersten Erfahrungen im Camper durchaus positiv: die Tierwelt (für einmal nicht die ganz kleinen, ekligen Bewohner Australiens, sondern knuddeligere Zeitgenossen wie Papageien, Kookaburras und Kangaroos), unser ausziehbarer Grill und neuseeländischer Sauvignon Blanc gehörten schnell zu unserer täglichen Routine.

 

Mrz
23

Perth

Bei unserer Ankunft war Perth vor allem eines: total ausgebucht. Mit Müh, Not und etwas Glück haben wir dann aber doch noch eine Bleibe für unsere ersten Tage in Western Australia gefunden, allerdings nicht in Perth selber, sondern in Fremantle (oder „Freo“, für Locals wie uns ;-) ). Die Wettervorhersage für die nächsten Wochen klang vielversprechend:  In der Gegend fiel seit sechs Monaten kein Regen mehr, seit über drei Monaten lag die Tageshöchsttemperatur über 30° – Änderungen bis auf weiteres nicht in Sicht.

Ein Tagesausflug führte uns auf Rottnest Island (oder für Locals wie uns: „Rotto“) – eine kleine Insel vor der Küste von Perth. Die Insel verdankt ihren Namen den beschränkten Fauna-Kenntnissen James Cooks: Auf der Insel gibt es unzählige Quokkas, eine Art Mini-Känguru-Ratte, die der liebe James mit Ratten verwechselt hat – die Insel müsste also richtigerweise nicht „Rattennest“, sondern „Quokkanest“ heissen. Wie dem auch sei, die autofreie Insel beherbergt zahlreiche wunderschöne Buchten und Strände und liess sich perfekt mit dem Mietbike erkunden. Gegenwind und genussvolle, ausgedehnte Pausen an einigen Stränden (aber keinesfalls mangelnde Kondition!) führten allerdings dazu, dass wir die Route abkürzen mussten, damit wir uns vor Abfahrt der Fähre noch ein Glacé gönnen konnten.

Perth

36 Fotos

Mrz
22

Outback

Eigentlich ist alles offensichtlich & sonnenklar: sobald man trockene Hitze spürt, nur Natur um sich hat, unzählige Kilometer fährt (über 1’800 km in 3 Tagen), dabei kaum jemandem begegnet (falls doch, begrüsst man sich nett mit einem kurzen „bei-uns-alles-OK-Wink“) – dann befindet man sich mit Sicherheit im Outback. Dieser Fleck auf coinstar center Coinstar Money Transfer, CENTRAL AFRICAN REPUBLIC, BANGUI die sem Kontinent wird aufgrund seiner rotsandigen Landschaft „Red Center“ genannt. Hatten wir uns aber denn verfahren? Eine fast schon lächerliche Frage bei einer einzigen, geteerten Strasse durchs Outback. Doch sie war insofern berechtigt, da wir dank des vielen Regens über die letzten Wochen nicht rot, sondern grün die vorherrschende Farbe war, wir ein prachtvolles „Green Center“ vorfanden!

Natürlich dürfen die unzähligen Busch-Fliegen nicht fehlen, die uns zu einem Haute-Couture-Kleidungsstück verholfen haben, das nicht nur topchic aussieht, sondern nervenschonende Wirkung in sich birgt. (Zusatzinfo: ohne Netz verschaffen sich die Fliegen problemlos ihren Weg in sämtliche Gesichtsöffnungen. Die spastische Wirkung des heftigen Wedelns und Fuchtelns mit beiden Händen verschafft keine Linderung. Geschätzte Zahl auf dem T-Shirt liegt bei über 40!)

Die ganze Fahrt von Port Augusta via Uluru (Ayers Rock) bis nach Alice Springs war sehr eindrücklich. Alle paar Kilometer ergab sich eine andere Stimmung, geprägt durch riesige, sich rasch verändernde Wolken, durch ein glänzendes Spiel von Sonnenstrahlen und durch dunkle Regenkanäle. Ein einmaliges Naturspektakel über die ganze Strecke hinweg.

So wie der Ayers Rock, die Olgas und die Fliegen, gehören auch die Aborigines zum Gesamtbild des Outbacks. Unsere erste Begegnung in Coober Pedy und anschliessend in Alice Springs mit dem Urvolk Australiens war sehr erschütternd und entsprach leider nicht der Erwartung, die wir aus Neuseeland mitgenommen haben. Die mitgebrachte Vorstellung, dass die Aborigines, ähnlich wie die Maori, mit Ihrer Kultur in den Alltag eingebettet sind, mussten wir rasch revidieren. Uns boten sich an vielen Ecken Bilder von dunkel-tristen, komplett zugedröhnten, gehbehinderten, herumliegenden Aborigines mit überdimensionierter Körperausdünstung, die isoliert, aber friedlich und unter sich am Strassenrand sassen. Dass das der Ursprung der für uns eigenartig wirkenden Alkohol-Gesetzgebung ist, ist nicht von der Hand zu weisen (Beispiel: Ein „Ceasar’s Salad to share“ im Restaurant berechtigt nur zu einem Glas Wein).

Doch wie es zu dem kam, erfahren wir von den „weissen“ Australiern selbst nur bruchstückhaft und sehr einseitig geschildert; das Thema ist nicht sehr beliebt in Small-Talk-Runden. Die Frage vom Huhn und vom Ei ist zu diesem Thema für uns noch unbeantwortet. Was sicherlich bleibt, ist ein beelendendes und teils auch abstossendes Gefühl gegenüber der heutigen Lage der Aborigines.

Outback

84 Fotos

Mrz
13

Adelaide

Nicht zu den „Big 4“ in Australien gehörend, verstrahlt Adelaide dafür umso mehr Charme: sonnig, laid back, entspannt, beachig und überschaubar mit etwas über 1 Million Einwohner. Vielleicht liegt es an dieser Überschaubarkeit, dass wir auf der Strasse plötzlich Bekannte aus der Schweiz getroffen haben.

Wie in vielen grossen Städten Australiens sind gewissen Bus- und Tramlinien im Stadtzentrum kostenlos und gut organisiert, was die Erkundung dieser Gebiete sehr einfach macht. Museen und Galerien gibt es auch hier einige – diese Indoor-Aktivitäten sind bei uns allerdings der Sonne zum Opfer gefallen. Viel lieber haben wir die Sonne  im Strandviertel Glenelg genossen. Der Strand, die Restaurants und die Surf Shops lassen nicht das geringste Gefühl von Stress aufkommen – und der neuseeländische Sauvignon Blanc schmeckt gleich noch etwas besser.

Dass ein Pferderennen während unseres Aufenthaltes Anlass genug für einen offiziellen Feiertag ist, macht die Stadt übrigens irgendwie noch sympathischer.

Adelaide

31 Fotos

 

Mrz
12

Kangaroo Island

Fast wie ein eigenes kleines Ökosystem liegt Kangaroo Island vor der Küste Australiens. Das Mitbringen von Haustieren, Pflanzen und sogar Honig wird mit Bussen bestraft, da diese Dinge das offenbar äusserst fragile Gleichgewicht der Natur auf der Insel stören könnte (nach dem Einreiseprozedere in Australien und der Fahrt von Victoria nach South Australia war das allerdings nichts, dass uns weiter erstaunt hätte).

Auch wenn der Name der Insel unzählige Begegnungen mit dem hüpfenden Nationaltier impliziert, war unser Aufenthalt mehr durch die wunderschönen, kilometerlangen, weissen Strände, das schöne Wetter und die eindrücklichen Gesteinsformationen der Remarkable Rocks und des Admirals Arch geprägt. Kangaroos haben wir nur in einem Tierpark gesehen. Da waren diese so zahm, dass wir sie von Hand füttern konnten (vom flauschigen Fell merkt man auf dem Teller, am besten in medium-rare, glücklicherweise nichts mehr).

Mrz
05

Great Ocean Road

Der Weg von Melbourne über die Great Ocean Road nach Port Harbor brachte uns unter anderem die weltbekannte Tierwelt Australiens näher: Die ersten Kangaroos entdeckten wir  4seohunt.com/www/www.jumpontotheworld.ch schon am ersten Abend, über Koalas konnten wir uns dank Lonely Planet-Informationen ebenso schon bald freuen.

Etwas andere Eindrücke hat bei uns aber die kriechende Tierwelt auf dieser Strecke hinterlassen: In der Gegend um die zwölf Apostel bewegten sich tausende Dragonflys (vergleichbar mit unseren Libellen) vom Meer in stehende Gewässer an Land zur Paarung, auf kaum einem Foto sind die harmlosen Tiere nicht zu sehen. Heuschrecken haben sich die selbe Paarungszeit ausgesucht, der Abstecher in die Grampians (ein Nationalpark etwas im Landesinnern) scheuchte unzählige Heuschrecken von der Strasse auf – die Flecken auf der Windschutzscheibe und die Tierkadaver im Kühlergrill waren letzte Zeugen von etwas, das wir wohl als Koitus Interruptus bezeichnen würden.  Vom Namen unseres Motels (Comfort Inn) fühlten sich die Heuschrecken übrigens ebenfalls angesprochen, etwa 10 Stück haben wir am ersten Abend aus unserem Zimmer befördert.

Dass uns dann auch noch eine Spinne (eine Huntsman, falls sich jemand über Google eine Vorstellung über unsere Reaktion machen will)  in den Pedalraum und später während der Fahrt übers Autoradio kroch, brachte vor allem einen Vorteil: Was immer in den weiteren drei Monaten angekrabbelt kommt – wir sind vorbereitet (Stichwort: Mortein, Jack the Ripper unter den Insektenkillern).

Feb
28

Melbourne

Die zweitgrösste Stadt Australiens ist unser Start auf dem roten Kontinent und fordert uns mit einem Kontrastprogramm: Die Stadt hat in etwa gleich viele Einwohner, wie ganz Neuseeland und ist entsprechend riesig, das Preisniveau ist fast schon schweizerisch, die Strassen überfüllt mit Leuten, die Stadtluft schlecht, Kreditkarten werden schlechter akzeptiert, lochfreie Strumpfhosen eine Seltenheit, irgendwie wirkt alles eher ein bisschen schmuddelig. Unsere Liebe zu Australien entdeckten wir in Melbourne definitiv noch nicht, auch wenn wir der Stadt mit den gepflegten Parks, den verschiedenen Quartieren (Carlton mit einwandfreiem italienischen Espresso, China Town, Waterfront City oder St. Kilda) und dem kostenlosen Touri-Tram/Bus durchaus Positives abgewinnen konnten.

Melbourne

48 Fotos

Feb
22

East Coast

Auch wenn es hier viel Eindrückliches zu sehen und zu erleben gibt, war das prägendste Erlebnis in diesem Abschnitt der Reise das Erdbeben in Christchurch. Es war das schwerste Erdbeben seit 80 Jahren (die Auswirkungen des Erdbebens von 1931 haben wir in Napier auf der Nordinsel eindrücklich mitbekommen und festgestellt, wie das Thema in der Bevölkerung nach wie vor präsent ist) und die grösste Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes. Zum ersten Mal wurde ein nationaler Notstand ausgerufen. Neben den Toten und Verletzten wird vor allem die Zerstörung der Innenstadt und der Infrastruktur noch lange an das Beben erinnern. Es wird Wochen dauern, bis wieder alle Haushalte an Wasser und Strom angeschlossen sind. Im CBD (Central Business District) sind eine Vielzahl an Häusern bereits zerstört oder so beschädigt, dass sie abgerissen werden müssen. Es dauert Monate oder Jahre, bis das Geschäftsviertel wieder aufgebaut ist – und bis viele der Betroffenen eine neue Existenzgrundlage aufbauen können.

Beeindruckt waren wir von der Hilfe und Unterstützung, die aus dem ganzen Land angeboten wurde: Wasser, Versorgungsdienste, Nahrungsmittel, Übernachtungsmöglichkeiten für Personen und Familien, die ihr Obdach verloren haben oder einfach der Katastrophe entfliehen wollten. Radiosender fungierten als  Informationsdrehscheiben für die Suche nach vermissten Personen, Angeboten von Hilfebietenden und Nachfrage von Hilfesuchenden.

Zum Zeitpunkt des Erdbebens waren wir auf der Otago Peninsula bei Dunedin, etwa 250km südlich von Christchurch. Der Besuch der grössten Stadt der Südinsel wäre eine Woche später geplant gewesen…

Nach dem Beben sind wir zwei Mal an Christchurch vorbei gefahren, um die letzten Tage in Neuseeland in Kaikoura und auf der Banks Peninsula zu verbringen. Ausserhalb der betroffenen Kernzone zeugten nur die langen Schlangen vor den Tankstellen sowie das im Umkreis von 200km in allen besuchten Supermärkten ausverkaufte Wasser und Toast davon, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Trotz der unvergesslichen Eindrücke der Delfine und Wale in Kaikoura und dem pittoresken und friedvollen Akaroa auf Banks Peninsula, begleitete uns permanent sowohl ein schweres Gefühl von Betroffenheit als auch eine Dankbarkeit, zum Zeitpunkt des Erdbebens nicht in Christchurch gewesen zu sein.

East Coast

95 Fotos

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